Die Entertainerin

Das Leben der in Salzburg geborenen Entertainerin Margot Werner ist in einem Satz zu definieren:
EIN LEBEN FÜR DIE BÜHNE!

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Das Leben im Showbuisness

Um eine große Ballettlaufbahn zu komplettieren, müssten Gastsspiele, berühmte Partner und Hauptrollen erwähnt werden, doch geht es nicht allein um die Tänzerin Margot Werner zu portraitieren – also ein Sprung – denn es geschieht ein „Wunder“, etwas Unvergleichbares, etwas das für ihr Leben die große Wende, die Neugeburt einer anderen Kunst und, präzise ausgedrückt, einen andern Menschen aus ihr macht.

Der Katalysator ist Sammy Drechsel, Chef der Münchner „Lach und Schießgesellschaft“. Er überzeugt Maurus Pacher, damals Cheffeuilletonist der TZ, ein zwei Stunden Programm, eine „One Woman Show“ von Null bis zur Premiere zusammenzustellen, zu suchen – die Richtung zu finden. Eigene Lieder gab es noch nicht und etwas bestehendes, berühmtes nachzusingen wäre, egal wie gut interpretiert, immer schlechter als das Original abgetan worden und es sollte doch von Anfang an ihr ureigenes Song Material und ihre für sie so typischen Conferencen sein. Also suchte Pacher bei großen Interpreten, speziell in Holland, die in Deutschland völlig unbekannt waren, Drechsel führt Regie. Täglich nach 13 Uhr, wenn in der Staatsoper Probenschluß ist, wird stundenlan in Samys hochkarätigem Cabaret geprobt – versucht, verworfen und endlich gefunden, 2½ Stunden Programm für eine Frau stehen!

Am 23. November 1973 gelingt ihr der „Salto in den Song“ – so bezeichnet Dr. Ruppel, einer der wichtigsten Feuilletonisten Deutschlands, in seiner Hymne – einen der außergewöhnlichsten und im Alleingang geschaffener Erfolge einer Frau, deren Aussage Körper und Bewegung war, und jetzt das Instrument Stimme ihr weiteres Leben bestimmt – 9½ Wochen steht sie täglich 2½ Stunden glücklich und überhaupt nicht müde jeden Abend auf ihrer Bühne – immer ausverkauft – Alle wollen sie jetzt sehen und hatten immer schon gewusst, dass sie das selbstverständlich kann.

 

Das nächste Highlight gehört zu ihren wichtigsten und schönsten künstlerischen Erlebnissen. Marty Fried, Regisseur aus New York und sein Schwiegervater Georg Tabory inszenieren die „Dreigroschenoper“ (Brecht) im Staatsschauspiel. Margot bekommt die Rolle, die einst Lotte Lenya berühmt machte – die Spelunken Jenny –. Das Schönste an dieser Rolle ist das berühmte Lied – vom Schiff mit 8 Segeln und 50 Kanonen – .

48 Vorstellungen lang steht sie neben großen Schauspielern auf der Bühne:

  • Michael Degen (Mackie Messer)
  • Anneliese Römer (Mrs. Peachum)
  • Lola Müthel
  • Christiane Ostermeyer (Polly)

In all diesem Glück und Erfolg zerstört der Tod des Vaters ihre strahlende Lebensfreude. Bis heute leben die Eltern mit und in ihr – diese Liebe und der Dank begleiten alle ihre Wege – ihr Leben lang. Nach Vaters Tod arbeitet sie noch mehr, das einzige Mittel gegen den immensen Schmerz.

Sie erhält den „Schwabinger Kunstpreis“ , den „Trude Hesterberg-Ring“ und bekommt den ersten Schallplattenvertrag von der Deutschen Grammophon- Gesellschaft. Es entsteht die erste LP „Und für jeden kommt der Tag“.

 

Wegen des großen Erfolges kommt auch das Fernsehen. Sie dreht in der Bavaria für die ARD ihre erste TV Personality Show:
Regie: Peter Hajek
Kamera: Gerard Vandenberg
Gaststar: Klaus Kinski für einen aufregenden Tango und Heinz Bosl für einen klassischen „pas de deux“.

Ganz nebenbei dreht sie zwei Filme

  • Lieb Vaterland magst ruhig sein (Regie: Roland Klick, Prod.Leiter Bernd Eichinger) Roman von Johannes Mario Simmel
  • Insel der Krebse (Drehort Fuerte Ventura)

Von Fuerte Ventura fliegt sie nach Saarbrücken um die „Goldene Europa“ der Europawelle Saar entgegen zu nehmen. Jetzt füllt sie alle großen Philharmonien Deutschlands und Österreichs. (Großer Konzertsaal Wien, Brucknerhaus Linz)

 

Wieder geschieht für sie in tollen beruflichen Zeiten der nächste menschliche Verlust. Nicht glaubhaft, nicht erträglich, stirbt Heinz Bosl mit 27 Jahren – an ihrer Seite tanzte er die ersten Hauptrollen und jenen letzten „pas de deux“ in der ARD Fernsehshow. Weiter hilft wieder nur die Arbeit.Es entsteht die zweite LP „Wasser, Feuer, Luft und Erde“ mit dem Hit „So ein Mann“. In der Liederhalle in Stuttgart Verleihung des „Goldenen Mikrofons“ und es folgte eine Tournee über 40 Städte in Deutschland und Österreich.

Darauf dreht sie in Berlin und London die zweite „Personality Show“ 90 (Regie P. Hajek, Kamera Sepp Riff):
Gäste: Filmstar Adreano Celentano
Filmstar: Pierre Ettaix
Los Paragguayos
Show Ballett London TV

Gleichzeitig Dreharbeiten in Paris zu der Gemeinschaftssendung „Paris trifft Berlin“ als Gaststar . Nach diesem internationalen Erfolg wird sie für eine Tournee für “Shell Petrol Corp.” über 18 Städte und Formel 1 Eröffnungsgala in Hockenheim engagiert.

 

Jetzt entsteht die 3te LP „Nur eine Frau“ und die dritte TV „personality show“ für die ARD in Frankfurt – Titel „Chez Margot“.
Gaststar: UMBERTO TOZZI und sein Hit „TIAMO“ ebenfalls die Herren des Balletts der Württemb. Staatsoper
Choreograph: W. Forsyth.

Der nächste Auftritt ist ein sehr großer Einschnitt in ihrem Leben. – Sie fliegt als Stargast zum Metropolitan-Opera-Ball nach New York – sie ist die erste Deutsche und wird im Lauf von 10 Jahren 2 mal reangagiert.
Es folgt der Quadrille Ball (ähnlich dem Wiener Opernball), ein Konzert im Ballroom und ein Auftritt im Tennisclub „eastriver“ von Nixdorf.

Der größte Schritt aber – der Schritt ihres Lebens – ist privat: Sie heiratet! Am 12. Dezember tritt sie für einen Gala-Auftritt als Abschluß der Tagung von Remtsma Hamburg im Alpenhotel Berwanger Hof in Berwang, Tirol auf und am 10. Mai nach einer sehr kurzen Bedenkzeit heiratet sie ihren Jochen, den Junior des Hotels. Ihre Ehe gibt ihr Kraft und Schutz – Jochen Litt übernimmt Margots Leben und die ganze künstlerische Betreuung. Ihre Liebe und Ehe bestehen bis zum heutigen Tag. Er ist es auch, der ihr hilft, einige Monate nach der Hochzeit, den Tod der Mutter zu überstehen. Margarethe hat an Jochen die Stafette übergeben.

 

Jetzt wird noch mehr gearbeitet.
An ihrer Seite die internationale Konzert Agentur „MAMA CONCERT“. Es entsteht die LP „Ich hab im Leben nichts bereut“ (Produzent Ralf Toursel (exetuctive) und MAMA CONCERT. Es gelingt Marcel Avram das gemeinsame Konzert im Kronebau mit Weltstar Andy Williams. Es entsteht die LP „Häng Dich bei mir ein“ (Liebeslieder – Georg Danzer Texte von Thomas Woitkewitsch). Konzerte folgen in der Schweiz –Zürich, Basel, Bern, Luzern und Vaduz (Lichtenstein). Leonard Bernstein wünscht sich Margot zu seinem 60. als Geburtstagsgeschenk. Margot singt Lieder aus „Westsidestory“ und sie signiert beim Herbig Verlag für ihr Buch „Und für jeden kommt der Tag“ – 2. Ausgabe „Traumflüge“.

 

So schön und ehrlich diese Erzählungsform sein mag muss der Zeitraffer wieder einsetzen. Wenn schon Schallplatten oder Filme und „personality shows“ bereits erwähnt wurden, jetzt eine präzise Erwähnung des Gesamtwerkes von Margot Werner.

 

Ganz wesentlich sind die jährlichen Auftritte auf der „MS EUROPA I“. Von der ersten bis zur letzen Fahrt unter ihrem Lieblings-Kapitän UWE BECH um die Welt.
20 Jahre Präsenz bei der Funkausstellung in Berlin.
Talk Shows mit Frank Elstner „Ich stelle mich“,
H. Castorf: WDR Köln,
Schaubude – Hamburg ( Carlo von Tiedemann )
NDR, WDR, MDR, ORF
Gala bei der Weltmeisterschaft im Hotel NEGRESCO in Nizza (Polo WM).
Gala am Comer See mit ital. Repertoire für die CESBON Werke (Sporting Club Monte Carlo) und vielleicht erwähnenswert ihre Rückkehr an die Bayerische Staatsoper für die Ballettfestwoche – diesmal als Sängerin.

Sie repräsentiert Hortense Schneider in Offenbachs „GAITE PARISIENNE“ (am Pult: Manuel Rosenthal, ein in Frankreich von den berühmten Opernhäusern erlesener Spezialist für J.Offenbach)

Jetzt feiert sie ihr 50 jähriges Bühnenjubiläum und ihren 33. Hochzeitstag mit Dank und Stolz.
Wolfgang Hofer, der Texter und Komponist von „So ein Mann“, schreibt für sie „Ich steh das durch“.

Eines noch, mit 4 Jahren wollte sie Seiltänzerin werden – geblieben ist sie es.
IMMER OHNE NETZ.

 

GLÜCK AUF!!